Turisme de Sitges

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Das Meer erhält Sitges am Leben

Im Jahr 2019 wurde Sitges die unverwechselbare Auszeichnung „Vila Marinera“ verliehen, mit der der katalanische Tourismusverband jene Städte und Viertel anerkennt, die jegliche Form der Meereskultur am Leben erhalten. In unserem Fall sprechen wir von materiellem und immateriellem Kulturerbe. Von Geschichte und Traditionen. Von handwerklicher Fischerei und Gastronomie. Von Meer und Himmel. Denn in den Adern von Sitges fließt blaues Blut.
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Wir haben viele Gründe, die Marke Sitges als „Vila Marinera“ zu verteidigen. Tatsächlich ist unsere DNA salzig: Die erste Volkszählung in Spanien mit statistischen Kriterien aus dem Jahr 1787 ergab, dass 12 % der Bevölkerung über eine „Meereslizenz“ verfügte; mit anderen Worten: dieser Anteil der Bevölkerung war beruflich in der Fischerei tätig. Und auf dem Seeweg fand das unternehmerische Abenteuer vieler Sitgetaner statt, die sich auf der Suche nach Wohlstand und Reichtum auf den Weg nach Lateinamerika begaben und als wohlhabende Unternehmer nach Hause zurückkehrten und dann die lokale Landschaft mit ihren neoklassischen oder modernistischen „Häusern im amerikanischen Stil“ prägten. Einige der Nachnamen dieser Unternehmer haben sich wortwörtlich in der Geschichte verewigt. Beispielsweise im Falle von Facundo Bacardí, dessen Erbe noch heute im Casa Bacardí im Mercat Vell de Sitges zu sehen ist.

 

Die Seetradition von Sitges macht auch im historischen Stadtkern, dem alten Fischerviertel, Halt. Und auch in der Einsiedelei Ermita del Vinyet, in der die oben bereits erwähnten „Amerikaner“ nach ihrer Reise kleine Votivgaben als Opfergaben hinterließen, spiegelt sich die langjährige Seetradition der Stadt wider. Beeindruckend ist auch das Gebäude, das Teil des „Inventari del Patrimoni Arquitectònic de Catalunya“ (Verzeichnis des architektonischen Kulturerbes Kataloniens) und seiner historischen Entwicklung ist, ebenso wie sein historisches Erbe, das in Form von Tafeln und Miniaturbooten an den Wänden und an der Decke hängt.

 

Doch die Geschichte lebt weiter. Sitges gilt nicht nur als „Vila Marinera“ für das, was die Stadt einmal war, sondern auch für das, was sie heute ist. Diese treibende Kraft geht von der Fischervereinigung Cofradía de Pescadores de Sitges aus. Sie zählt zu einer der wenigen, die noch heute in Katalonien der handwerklichen Fischerei nachgeht. Um Ihnen einen kleinen Eindruck zu verschaffen: bei der handwerklichen Fischerei spielen kleine Boote und ein  manuelles Netzfangsystem eine bedeutende Rolle. „Kleine Kunst“ wird diese Methode von den Fischern genannt, bei der folgende Fangarten vertreten sind: Reusenfang, Stellnetze, „Cadup“ (Schöpfeimer)... Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, dann gibt es wahrscheinlich nur wenige Personen, die es Ihnen besser - und einfacher - erklären können als Isabel Vivó, Vorsitzende der Fischervereinigung mit Sitz im Hafen Port d’Aiguadolç. Geführte Besichtigungen können Sie über die hafeneigene Website reservieren.

 

Darüber hinaus gehört Isabel zu den Personen, die für eine der besonderen Fischertraditionen in Sitges verantwortlich sind: Das Fest zu Ehren von „Mare de Déu del Carme“ (Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel), das für den 16. Juli geplant ist. Aufgrund der aktuellen Lage wird es dieses Jahr allerdings keine Verkostung von gebratenem Fisch am Strand geben. Eine gute Nachricht gibt es aber dennoch: Wie auch in Vorjahren werden zahlreiche Boote, eines davon mit der Mare de Déu an Bord, in einer Prozession den Hafen verlassen. Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr. Selbst wenn Sie nicht teilnehmen werden, wird die spektakuläre Geräuschkulisse vermutlich auch Sie erreichen. Denn wenn die Boote an der Sant Bartomeu-Kirche und der Vinyet-Kapelle vorbeifahren, werden Schüsse mit historischem Flair, die sogenannten „Mortarets“, in die Luft abgefeuert.  Und aufgepasst, der 16. Juli kommt mit seinem ganz eigenen Unterhaltungsangebot daher; denn in Sitges wird das Küstenleben den ganzen Sommer über von Musik begleitet. Und wenn Meer und Musik aufeinandertreffen, kann dabei nur der typische Habaneras-Tanz herauskommen. Wo? Im Hafen Aiguadolç von Sitges, der auf diese Weise eine neue Reihe seiner Mitternachtskonzerte einläutet. Achtung! Hier lohnt es sich schnell zu sein, denn die Anzahl der Plätze ist begrenzt.


Sollten Sie auch am 18. Juli noch in Sitges sein, hält die Fischervereinigung für Sie ein Event bereit, das voll und ganz nach Wein und Salz schmeckt: Un Mar de Malvasía (Ein Meer von Malvasia); eine Aktivität, die in Zusammenarbeit mit dem CIM (Malvasia-Interpretationszentrum) von Sitges ausgeführt wird. Reservierungen können Sie auf der Website der Fischervereinigung vornehmen.

 

Isabel Vivó lädt Sie ein, die Vergangenheit und Gegenwart der Seefahrt von Sitges zu entdecken. Sie lädt Sie ein, die Fischervereinigung am Hafen Aiguadolç zu besuchen, mit den Fischern selbst ins Gespräch zu kommen und einen Beruf zu entdecken, der das einzigartige Privileg hat, in engem Kontakt mit der mächtigsten Naturgewalt zu stehen. „Weil Sitges der Inbegriff des Meeres ist, nicht wahr, Isabel?“ Eine poetische Frage, die Isabel mit einer noch passenderen Metapher beantwortet: „Das Meer ist die Luft, die wir hier in Sitges von morgens bis abends einatmen. Das Meer erhält Sitges am Leben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Kommen Sie und atmen Sie tief ein! So einfach und doch so aussagekräftig.

 

16/07/2020

Gastronomie, Kultur, Kulturerbe, Musik, Natur, Strände, Tourismus, Traditionen

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