Turisme de Sitges

Das Heiligtum von Vinyet, emotionales Erbe der Stadt Sitges und Pflichttermin

Am 5. August ist die zum architektonischen Kulturerbe erklärte Kapelle „Santuario del Vinyet“ Treffpunkt für Marienanbeter der so beliebten Jungfrau von Vinyet. Zu ihren Ehren werden Messen gelesen und auch ein kleiner Markt und ein Feuerwerk gehören an diesem Tag zum Programm. Falls Sie in Sitges sind, sollten Sie diesen Termin nicht verpassen, denn mit diesem Erbe fühlen sich alle Einwohner*innen emotional verbunden.

Wie verschiedene Ausgrabungen zeigten, war der Ort, an dem nun die Kapelle der Jungfrau von Vinyet steht, ursprünglich eine florierende römische Stadt. Nach dem Untergang des römischen Reichs wurde dann zu Ehren der Jungfrau von Vinyet die erste Kirche errichtet. Die Legende – Sie mögen doch Legenden, oder? – erzählt von einem maurischen Sklaven namens Ali, der das Bildnis der Jungfrau zufällig ausgrub, während er die Weingärten bestellte. Er nahm es schnell an sich, steckte es in seinem Korb (es war klein, nicht mehr als 40 Zentimeter groß), deckte es mit einem Tuch ab und begab sich schnell in das Haus seines Besitzers, Herrn Milà. Als dieser in empfing, zeigte Ali ihm den Inhalt seines Korbs… der jedoch leer war. Der Sklave entschuldigte sich und kehrte zu den Weingärten zurück. Und dort, genau an dem Ort wo er sie gefunden hatte, lag die Jungfrau. „Das gibt es nicht“, dachte Ali, steckte sie erneut in seinen Korb und kehrte wieder in das Haus der Familie Milà zurück. Sie ließen ihn erneut ein und wieder war der Korb war leer. Herr Milà schlug Ali vor, ihn bis zum Ort des Geschehens zu begleiten: Dort konnte er die Jungfrau schließlich mit eigenen Augen betrachten. Er zögerte nicht und traf die Entscheidung, der Jungfrau von Vinyet eine Anbetungsstätte zu errichten.

 

Mit schnell zunehmender Bekanntheit der Kapelle stieg auch die Zahl der Marienanbeter, die sie besuchten, um die Jungfrau zu verehren. So baten zum Beispiel in Sitges Beheimatete, die nach Amerika auswanderten, um sich ein Vermögen aufzubauen, die Jungfrau von Vinyet um Schutz. Diese Auswanderer sind auch unter dem Spitznamen „Indianer“ oder „Amerikaner“ bekannt. Falls Sie also die Kapelle besuchen möchten, können Sie die Opfergaben bewundern, die jene Auswanderer nach ihrer Rückkehr dort in Form nachgebildeter Schiffsmodelle aufhängten.

 

Der emblematische Turm der geweißten Kapelle wurde 1801 errichtet. Das aktuelle Bildnis der Jungfrau von Vinyet ist das Werk von Pere Jou, der diese im Jahr 1939 rekonstruierte. Jou war außerdem leitender Skulpteur am Maricel-Palast, dessen Kapitelle, Tore und Fenster seine Handschrift tragen. Im Inneren des Heiligtums beeindrucken die Altarvorsätze aus polychrom bemalten Holz vor dem

Altar, auf dem die Jungfrau sich auf Rebzweigen erhebt. Die Farbe ihres Umschlagtuchs wechselt je nach Jahreszeit und Feier: z.B. Lila in der Osterwoche und Weiß bei Hochzeiten.

                                      

Da Sie die Legende und Argumente für einen Besuch jetzt kennen, kommen wir zum Praktischen: Welche Besuchszeiten hat die Kapelle? Montag bis Samstag 16:00 bis 19:00 Uhr. Im Monat August verlängert sich die Besuchszeit samstagnachmittags bis 21 Uhr, da zuvor für gewöhnlich Messe gelesen wird.

 

Eine geführte Tour wäre Ihnen lieber? Tolle Idee. Bei dieser Dame sind Sie in den besten Händen: Rosa Julià, Leiterin der Agentur für geführte Besichtigungen Agisitges, die auch Begehungen der sogenannten ‘Route der Amerikaner’ organisiert. Sie legt das Augenmerk auf die emotionale Verbundenheit, die man in Sitges weiterhin für die Jungfrau von Vinyet empfindet: „Sie ist im Ort sehr beliebt, was sich auch daran zeigt, dass viele Mädchen und Frauen hier Vinyet heißen, wobei dieser Name in anderen Regionen kein gewöhnlicher ist“.

 

Wenn Sie das Sanktuarium besuchen, laufen Sie möglicherweise Olga über den Weg. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Tochter und ihren Eltern in der zur Kapelle gehörenden Wohnung. Seit 15 Jahren hält sie die Marienstätte in Stand. Sie kam mit ihrem Mann, der verstorben ist, und begrüßt jeden einzelnen Besucher mit einem Lächeln. Das Lächeln zeichnet auch ihre Eltern, Amalia und Jordi, aus. Diese kultivieren einen kleinen Garten, in dem die Tomaten nach Tomate riechen und schmecken. Die liebevolle Pflege beider ist der Schlüssel zu diesem „Wunder“… dabei hat aber sicher auch die Jungfrau ihre Hand im Spiel,-)

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